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Victor Jara steht für Idealismus

Nicht nur das Leben des weltbekannten Künstlers Victor Jara war von Idealismus für seine Arbeit und sein Leben geprägt. Als Freiheitskämpfer und Volksheld ging er in die Geschichte seines Landes Chile ein. Auch das Gebäude in der Zschocherschen Straße 12 in Leipzig ist von dem Geist und der Schaffenskraft engagierter Männer und Frauen geprägt.

1824 hatte C.W. Naumann den Traum eine Brauerei zu errichten und schlug mit viel Aufwand und Mühe ein Kellergewölbe in die Grauschlacke. Nach erfolgreichen Jahren als Brauerei konzipierte C.W. Naumann zusammen mit Karl Heine das Gebäude zu einer Veranstaltungsstätte mit Restaurantbetrieb um. Somit entstand eine der ältesten Veranstaltungsstätten Leipzigs. Das Geschäft florierte und Plagwitz sowie die anliegen Statteile entwickelten sich auf Grund der stetigen Umsetzung von Karl Heines Visionen. So entstand in einem weiteren gemeinsamen Projekt das „Ballhaus Felsenkeller”, was seinen Namen dem zu klein gewordenen und gut besuchten Felsenkeller zu verdanken hat.

In den 1960-iger Jahren entdeckte die FDJ das Gebäude für sich wieder. Nach Mühe und hohen Investitionsaufwand entstand der FDJ/Jugendclub Victor Jara. An dieser Stelle sollte man darauf hinweisen, dass die Rekonstruktion des Gebäudes ca. 10 Jahre vor der Entstehung des Moritz Bastei im Zentrum von Leipzig stattfand. Anhand der Funktionalität und der guten Resonanz auf den FDJ Club Victor Jara, waren die Stadtväter und andere Investoren überzeugt, dass der Ausbau der MB keine wirtschaftliche Fehlentscheidung ist. Der FDJ Club veränderte sein Konzept bzw. seinen Namen in Victor`s Garten und wurde eine der best frequentierten Diskotheken / Veranstaltungsstätte in Leipzig. Leuchtende Augen sind garantiert, wenn man Leipziger aus dem Jahrgang 1950/60 auf die damaligen Veranstaltungen im Victor`s Garten anspricht. Leider wurde Anfang der 90-iger Jahre der Schlüssel herum gedreht. Das Objekt geriet in Vergessenheit.

Nach einem fast 16 jährigem Dornröschenschlaf haben es sich einige Enthusiasten zur Aufgabe gemacht, wieder Leben in das Mittlerweile sehr verfallene und marode Objekt zu bringen. Mit wenig Geld, aber dafür mit mehr Energie und einer ordentlichen Portion Improvisationstalent packen sie an und verhelfen dem Gewölbe zu neuem bzw. alten Glanz.

Ziel der Idealisten ist es, dem Haus wieder den Status der Kunst-, Kultur und Veranstaltungsstätte alter Tage zurück zugeben. Ein Atelier ist entstanden, ein Proberaum wird gebaut und Workshops zur Entwicklung eines besseren Kunstverständnisses finden statt.

Des Weiteren ist im Gewölbekeller eine Präsentationsplattform für verschiedenste Künstler entstanden. Maler, Bildhauer, Musiker, Dichter, Schriftsteller und Schauspieler können ihre Werke und Arbeiten einem interessierten Publikum vorstellen. Und das Publikum bzw. die Gäste können unter anderem bei verschiedensten Veranstaltungen das Gebäude wieder neu für sich entdecken. Punk, Jazz, Soul und Rock in Verbindung mit dem altehrwürdigen Gemäuer entwickeln eine faszinierende Atmosphäre. Doch nicht nur die kulturelle Veranstaltungen, sondern sub-kulturelle Events haben eine neue Heimstätte gefunden.

Die Wiederbelebung des Gewölbes bzw. des Victor Jara als Kunst, Kultur und Veranstaltungsstätte soll für die Macher in keinster Weise nach dem klassischen Schema ablaufen. Kontrapunkte sowie unübliche Herangehensweisen sind gewollt.

Man muss schon Träume und Hoffnungen haben, um sich eben an solch ein Projekt zu wagen, ganz wie sein Namensgeber Victor Jara.

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