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Objektvorstellung/ArchitekturDie Entwicklung des Kunst-, Kultur- und Veranstaltungszentrums Victor Jara hat bereits im 19. Jahrhundert begonnen. Der Unternehmer Carl Wilhelm Naumann, der von 1792 bis 1876 in Leipzig lebte, kaufte das Grundstück "Kleine Funkenburg" im Ranstädter Steinweg und gründete an diesem Ort eine Brauerei welche im Jahre 1835 die Bierproduktion begann. 1842 kaufte er das Böhmesche Gut in Plagwitz und ließ mit großem Aufwand einen "Felsenkeller" in das Erdreich graben. Ab dem Jahr 1842 lagerte er in dieser Höhle das in der klassizistischen "Kleinen Funkenburg" gebraute Bier bis zur endgültigen Reife. 1844 eröffnete der Brauereibesitzer Naumann über seinem Gewölbekeller einen Restaurantbetrieb, welcher "Alter Felsenkeller" genannt wurde. Es entstand eine der ältesten Veranstaltungsstätten in Leipzig. Das Geschäft lief so gut, daß Plagwitz und angrenzende Stadtteile sich entwickelten.
Erst als die Kapazitäten des Gewölbekellers Ende des 19. Jahrhunderts dem Besucherandrang nicht mehr gewachsen waren, ließen Naumann und Karl Heine in einem weiteren gemeinsamen Projekt das bekannte „Ballhaus Felsenkeller" errichten. Dieses verdankte seinen Namen dem in den Fels gehauenen Gewölbekeller. Ab den 60er Jahren nutzte die FDJ das Gebäude für sich und rekonstrukierte mit viel finanziellen Aufwand die ehrwürdigen Mauern. Doch der FDJ-Jugendklub "Victor Jara" überzeugte durch seine Funktionalität und gute Resonanz und änderte seine konzeptionelle Ausrichtung. Umgetauft auf den Namen „Victors Garten" wurde er zu der best frequentierten Diskotheken und Veranstaltungsstätten der Stadt Leipzig.
Leider wurde Anfang der 90er der Schlüssel zum Gewölbekeller für lange Zeit herumgedreht und das Gebäude, der Veranstaltungsort geriet in Vergessenheit. Im Sommer 2006 nahm sich eine kleine Gruppe Enthusiasten des Gebäudes wieder an. Nach fast 16-jährigem Dornröschenschlaf war es an der Zeit, wieder Leben in das mittlerweile sehr verfallene und marode Gebäude zu bringen. Mit wenig Geld, dafür mit umso mehr Energie und einer ordentlichen Portion Improvisationstalent packen sie an und verhelfen dem Gewölbe zu neuen alten Glanz.
Doch die ganz besondere Atmosphäre des Gewölbekellers überzeugt auch heute noch: Alte Mauern, gemütliche Sitzgruppen und stimmungsvolles Licht laden zum Verweilen ein.
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