Durch Krieg und Zufall zum Mikrowellenherd

Wie bei vielen anderen Erfindungen auch, verhalf der Zufall der Entdeckung, dass Mikrowellen Speisen schnell erwärmen können, zum Durchbruch. Auch hat diese Erfindung mit anderen Neuerungen wie dem Internet gemeinsam, dass die Forschungen ursprünglich militärischen Zwecken diente. Konkret war es der Kampf im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland gewesen, der die Forscher dazu motivierte, mit den Mikrowellen als Voraussetzung für einen leistungsfähigen Radar zu arbeiten. Bekannt waren die Mikrowellen bereits seit der Erzeugung von Heinrich Hertz im Jahre 1886, der diese sechs Jahre nach den Radiowellen hergestellt hatte.

Die Erfindung und ihr Erfinder

Percy Spencer gehörte zu den Forschern, die für das US-Militär mit Mikrowellen arbeiteten. Dabei wirkte er für die Firma Raytheon. Nachdem sein Schokoladenriegel in seiner Hosentasche geschmolzen war, erkannte Spencer den Zusammenhang und experimentierte mit weiteren Lebensmitteln weiter. Dabei stellte er fest, dass sich Speisen nicht nur wesentlich schneller erhitzen ließen als am Herd, sondern danach vollständig genießbar waren.

Im Jahre 1950 ließ sich Spencer das Patent als Nr. US2495429 (A) patentieren. Im Laufe seines Lebens sollte Spencer auf insgesamt 150 Patente kommen. Er wird als unermüdlicher Forscher mit einem unbändigen Entwicklungsdrang beschrieben und findet sich heute in den Ehrengalerien der American Academy od Arts and Sciences sowie der National Inventors Hall of Fame wieder. Mehr Haushaltsthemen finden Sie auf HFFA.

Die lange Zeit bis zum Durchbruch

Bei der Geschichte des Mikrowellenherds fühlt man sich unweigerlich an die Erfindung von Computern erinnert. Zumindest die lange Zeit bis zur Massenwirksamkeit, die astronomischen Preise sowie die überdimensionalen Ausmaße in der Anfangszeit sind augenfällige Parallelen. So wurde das innovative Gerät namens Radarange von 1950 bis 1967 ausschließlich für den industriellen Gebrauch produziert, wo es beispielsweise in Kantinen und Restaurants für einen Preis von rund 2000 US-Dollar zum Einsatz kam. Die ersten Objekte waren fast zwei Meter hoch und wogen mit 750 Kilogramm so viel wie ein Kleinwagen.

Weiterentwicklungen in der Technik und industriellen Fertigstellung ließen allmählich die Preise sinken, sodass der Mikrowellenherd auch für Privatkunden attraktiv wurde, sodass diese nicht auf einen Gewinn beim Glücksspiel angewiesen waren, um sich ein solches Haushaltsgerät leisten zu können. Als der neuartige Herd im Jahre 1967 von der Firma Litton Industriell für die Verwendung im Haushalt angeboten wurde, war der Preis bereits auf vergleichsweise moderate 495 US-Dollar gesunken. In Bezug auf das Format hatte sich der Mikrowellenherd 1967 sogar noch sehr viel stärker den heutigen Gepflogenheiten angenähert.

Das Wirkprinzip des Mikrowellenherds

Doch wie funktioniert eigentlich ein Mikrowellenherd? Zunächst wird in der Vakuum-Röhre eines Mikrowellenherds elektrische Energie in elektromagnetische Wellen umgewandelt und in einem von Metall umschlossenen Garraum geleitet, aus dem die Wellen nicht entweichen können. Die Mikrowellen wirken ausschließlich auf die Wassermoleküle in den Speisen und erwärmen diese somit von innen.

Die Mikrowellen wirken mit einer Energie von 63000 Joule auf die Wassermoleküle ein. Zugute kommt diesem Prozess die dipolare Struktur der Wassermoleküle, die aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom bestehen. Somit müssen sich die Wassermoleküle ständig bewegen, um sich von ihrer Molekülstruktur her gemäß dem elektromagnetischen Feld auszurichten. Die Umpolung geschieht in einer Frequenz von 2,45 Gigahertz und einer Geschwindigkeit von 5 Milliarden mal pro Sekunde. Durch die Bewegung erwärmen sich schließlich die Speisen.

Die Vor- und Nachteile des Mikrowellenherds

Der offensichtliche Vorteil des Mikrowellenherds besteht in der Geschwindigkeit der Erwärmung, die um ein Vielfaches geringer ist als bei der herkömmlichen Speisenzubereitung. Selbst wenn beim Kochen gute Musik gehört wird, möchten sich die meisten einen langen Kochvorgang ersparen. Auch ist es oftmals möglich, das Mahl speisefähig in das Arbeitsgerät zu legen, weil Mikrowellen dazu in der Lage sind, Stoffe wie Papier, Porzellan, Glas und Plastik zu durchdringen.

Ein weiterer Vorteil besteht in der Schonung in Bezug auf die Vitamine und Nährstoffe der Gerichte. Da es beim Kochen jeder Art ausschließlich die Wärme ist, die zu einer Reduktion insbesondere von Vitaminen führt, werden Vitamine durch die geringe Dauer der Erhitzung durch den Mikrowellenherd von allen Kocharten am wenigsten angegriffen.

Nachteilig ist bei dieser Zubereitungsart allerdings, dass sich Gerichte mit nur wenig Wassermolekülen schlecht erwärmen lassen. Auch sind die Moleküle in manchen Gerichten sehr ungleichmäßig verteilt, was zu Problemen bei der Erhitzung durch eine Mikrowelle führen kann. Als ungeeignet für dieses Haushaltsgerät gelten deswegen Speisen wie Hackfleisch, Fisch, Hähnchen und Eier.

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